Sonntag, 29. März 2015

No-Knead-Bread

Wenn ihr regelmäßig Foodblogs lest, ist euch dieses Rezept sicher schon einmal untergekommen. Seit vielen Jahren geistert es durch sämliche Foodblogs und alle sind unglaublich begeistert.
Zu Weihnachten bekam ich von meinen Eltern einen Le Creuset Bräter* geschenkt und so konnte auch ich ENDLICH dieses Brot nachbacken! ;-) Ich wurde zum Glück nicht enttäuscht, das Brot ist wirklich sehr unkompliziert in der Herstellung und gleichzeitig soooo lecker!  Es wird nicht geknetet, sondern einfach nur zusammengerührt, die Herstellung ist also kindereinfach. Trotzdem schmeckt es unglaublich gut und nicht so "oberflächlich", wie man das sonst von Weißmehlbroten kennt. Wie das leckere Weißbrot, das ihr vielleicht aus dem Italienurlaub oder vom italienischen Feinkosthändler kennt. Der Geruch ist wirklich umwerfend und die Kruste des Brotes wird total knackig. Pur, nur mit einem Stückchen Butter bestrichen ein wahrer Genuss!
Vielleicht kennt es die/der ein oder andere von euch ja noch nicht, deswegen möchte ich es mit euch teilen. Ich habe mich an die Anleitung von der Sueddeutschen gehalten, allerdings habe ich frische Hefe verwendet und den Teig etwas länger, dafür in einem kühlen Raum, gehen lassen. Die gelbliche Farbe meines Brots kommt vom Gelbweizenmehl, das ich verwendet habe. Ihr könnt auch ganz normales Mehl verwenden.

Noch ein Hinweis zum Topf. Ich habe einen schwarzen Knopf an meinem Bräter. Der ist nur für Temperaturen bis zu 200°C geeignet. Es gibt auch Deckelknöpfe aus Edelstahl*, so einen werde ich mir wohl über kurz oder lang anschaffen. Für dieses Brot habe ich einfach den Deckel entfernt, das Loch habe ich mit der Schraube des Deckels "gestopft". 
Nach meinen Recherchen müsst ihr auch nicht zwingend einen Bräter verwenden, sondern könnt eine Glasform mit Deckel oder einen Römertopf (oder ähnliches) verwenden.
Wenn ihr kein Gärkörbchen* besitzt, könnt ihr laut Zeitungsartikel auch eine Schüssel nehmen, die ihr mit Backpapier auslegt und anschließend mit Mehl bestäubt.



Kennt ihr das Brot?
Habt ihr schon Varianten gebacken? Ich denke schon darüber nach, das Brot mit etwas dunklerem Mehl nachzubacken, ganz helles Brot ist einfach nicht so meins. Das schmeckt an Tag 1 gut, aber danach ist es dann einfach etwas langweilig. (Ob es trocken wird, kann ich nicht sagen, wir haben das ganze Brot an einem Tag aufgegessen.)



Rezept für 1 Brot (ca. 600g), für einen Bräter mit 22cm-Durchmesser:
330ml lauwarmes Wasser
4g Hefe
430g Weizenmehl Type 550
12g Meersalz
+ etwas Öl für die Schüssel
+ etwas Mehl zum Verarbeiten

Die Hefe im Wasser auflösen. (BeiTrockenhefe könnt ihr diesen Schritt weglassen.)
Wasser, Hefe, Mehl und Salz in einer großen Schüssel miteinander verrühen. (Am besten mit einem Teigschaber.) Die Schüssel in eine große Einkaufstüte oder einen Müllsack stellen, locker zubinden und dann bei Zimmertemperatur (bei mir etwas kühler) 20 Stunden gehen lassen.

Den Teig aus der "Verpackung" nehmen. Jetzt sollte er ordentlich "blubbern", man kann ihm bei der Arbeit zusehen.
Mit einem Teigschaber vom Schüsselrand lösen. Jetzt wird der Teig gefaltet. Dazu die Hände bemehlen. Den Teig gedanklich längs dritteln. Das obere Drittel des Teiges anheben und über das (gedachte) mittlere Drittel legen. Dann das untere Drittel anheben und über das obere Drittel legen. Undgefähr so, wie wenn ihr einen Brief faltet. (Unten in den Kommentaren ist ein Link mit einem Bild, wenn ihr keine Ahnung habt, wovon ich rede.)
Die Schüssel um 90° drehen und den Vorgang wiederholen. 15 Minuten gehen lassen.

Ein Garkörbchen gut einmehlen (in den Ritzen sollte wirklich ordentlich Mehl sein!), dann mit dem Teig eine Kugel formen (bei mir war das schier unmöglich, so flüssig war der Teig, also keine Angst, wenn ihr das nicht hinbekommt) und vorsichtig in das Gärkörbchen* legen. Wieder in die Tüte stellen, verschließen und 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Nach 90 Minuten Gehzeit den Ofen auf 250°C vorheizen. Den Topf mit Deckel von Anfang an ins untere Drittel des Ofens stellen, der muss ebenfalls sehr heiß sein, damit das Brot nicht festklebt.

Nach 30 Minuten den Topf aus dem Ofen nehmen. Deckel abnehmen (Topfhandschuhe nicht vergessen!), das Brot vorsichtig hineinplumpsen lassen. Deckel aufsetzen und das Brot 30 Minuten lang backen.
Nach Ablauf der 30 Minuten die Temperatur auf 230°C reduzieren. Den Deckel abnehmen. Je nach Bräunungsgrad des Brotes das Brot für weitere 15 Minuten mit oder ohne Deckel fertig backen.
Das Brot aus dem Topf nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.


Benötigte Zeit: vom ersten Anrühren bis fertig gebacken: ca. 23 Stunden (5 Minuten anrühren, 20 Stunden gehen lassen, falten, 15 Minuten gehen lassen, in Brotkörbchen setzen, 2 Stunden gehen lassen, 45min backen.)
Arbeitszeit: ca. 15 Minuten (mit Zutaten beschaffen)






Während des Auskühles knistert das Brot und duftet ganz wunderbar. Ganz ehrlich, wer kann da bitte warten, bis es komplett abgekühlt ist?! Ich nicht, deswegen ist mein Anschnitt wieder ein bisschen verhunzt. Aber was ist wichtiger, perfekte Optik oder ein Stück lauwarmes Brot mit Butter?
Eben.



Die mit * gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. (Das bedeutet: Wenn ihr den Link anklickt und dann bei Amazon einkauft, bekomme ich eine kleine Provision. Euch entstehen keine Kosten und ich freue mich über einen Zuschuss für neue Kochbücher)

Donnerstag, 26. März 2015

{Gastpost} Lauras Gratinierter Fenchel



Lieber Leser,

heute habe ich mal wieder Besuch. :-)
Dieses Mal von Laura, die auf Tofuliebe bloggt. Ihren Blog habe ich, wie so viele tolle Blogs, übrigens über Carola kennen gelernt. 
Ich finde den Blognamen auch superklasse, ihr wisst ja, wie sehr ich Tofu liebe. ;-) Vor einer halben Ewigkeit hieß der Blog mal "Aber bitte mit ohne", deswegen findet ihr dort nicht nur zahlreiche vegane, sondern auch glutenfreie Rezepte. Leider ist es auf Lauras Blog im Moment ziemlich ruhig, trotzdem wollte ich ihn euch unbedingt vorstellen, weil ich ihn so gerne mag. Stöbert einfach durchs Archiv, da gibt es viel zu entdecken, zum Beispiel Rosenkohlrisotto, Pastinaken mit Cashew-Feta-Kruste, Pasta mit geröstetem Blumenkohl, Polenta-Nuss-Schnitten.Wie ich hat Laura früher übrigens regelmäßig beim vegan wednesday teilgenommen und mich dabei mit ihrer Bloomingville-Geschirrliebe angesteckt. Wir haben nicht nur essensmäßig den gleichen Geschmack. ;-)
So, und nun überlasse ich Laura das Wort. Sie hat Fenchel mitgebracht, juhu! (Eine weitere Gemeinsamkeit: Auch ich trinke fast täglich Fencheltee!)


Wenn du gefragt wirst, ob du einen Gastbeitrag für Gourmandises Végétariennes schreiben möchtest: Dann sagst du natürlich ja, denn schließlich ist das einer deiner absoluten Lieblingsblogs und die Person dahinter jemand, zu dem du dich am liebsten ständig an den Tisch einladen würdest. So geht’s euch auch, oder? Ich jedenfalls habe mich sehr gefreut einen Beitrag für Melissa schreiben zu dürfen und als Autorin des Lieblingsblogs bekommt sie heute ein Lieblingsgericht von mir. Ausnahmsweise nicht mit Tofu, dabei wäre das eigentlich Programm gewesen.
Fenchel, mögt ihr Fenchel? Ich wundere mich immer wieder, dass es Menschen gibt, die keinen Fenchel mögen. Wie kann das sein? Fenchel wurde mir schon als Baby in Tee-Form eingeflößt und offensichtlich hat das meine Fenchelliebe befördert. Ich trinke noch immer jeden Tag Fencheltee, ich lutsche die ganze Weihnachtszeit über Fenchel-Anis-Bonbons vom Weihnachtsmarkt und ich bin wirklich glücklich, wenn Fenchel auf meinem Teller liegt. Dieses Gericht ist eins meiner absoluten Immer-Lieblingsgerichte, schon meine Mutter hat es regelmäßig gekocht, heute ist gerne einmal pro Woche auf unseren Tellern. 




Ihr braucht für vier:
4 Fenchelknollen mit Grün
1 Bio-Zitrone (Abrieb  und Saft)
1 Dose gehackte Tomaten
½ Bund Petersilie
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
8 EL Semmelbrösel
4 EL geriebenen Parmesan (den könnt ihr weglassen, dann ist’s vegan)
4 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer


So geht’s: 

Den Fenchel putzen und halbieren. Strunk herausschneiden, die oberen Enden abschneiden und das Grün aufbewahren.
1 Liter Wasser mit dem Saft einer Zitrone und Salz zum Kochen bringen und die Fenchelhälften darin 15 Minuten garen. 1/8 Liter vom Kochwasser auffangen.

Die Tomaten in eine Auflaufform geben, die gegarten Fenchelhälften darauf setzen und mit dem Kochwasser beträufeln. Fenchel salzen und pfeffern. 

Zwiebel und Knoblauch fein schneiden, die Petersilie und das Fenchelgrün fein hacken.
Zwiebel und Knoblauch im Olivenöl anschwitzen, die Semmelbrösel zugeben und mitrösten, bis sie ein wenig Farbe bekommen. Kräuter, Parmesan und etwas Zitronenschale unterrühren. 

Die Semmelbrösel-Mischung mit einem Esslöffel auf die Fenchelhälften geben und alles im Ofen bei 180 Grad 10-15 Minuten backen. 
Der Fenchel ist fertig, wenn sich eine schöne Kruste gebildet hat.

Dienstag, 24. März 2015

Brownies mit Erdnusskick

Dass Schokolade und Erdnüsse eine wirklich perfekte Kombination sind, weiß jeder, der schon mal ein Snickers gegessen hat. So ein Snickersriegel ist natürlich ganz lecker, aber mir gefällt die Kombination von Erdnüssen und Zartbitterschokolade um einiges besser. Und ein Stück Kuchen esse ich lieber als einen Schokoriegel.


So war mir eigentlich sofort klar, welches Rezept von Einfach vegan backen* ich als Erstes ausprobieren würde.  
Einfach vegan backen ist ein ganz besonderes Buch. Ich hab mich darauf schon ewig gefreut, Daniela und ich kennen uns nämlich seit Jahren aus dem Internet. Ich habe schon zahlreiche Rezepte von ihr nachgebacken (mein erster veganer Kuchen und meine erste vegane Torte waren beide nach ihren Rezepten gebacken und absolute Volltreffer). Von Daniela habe ich wahnsinnig viel über veganes Backen (und vegane Ernährung und allgemein über veganes Leben) gelernt und finde es klasse, dass sie ihr Können und Wissen jetzt mit noch mehr Menschen teilen kann. Ich hoffe sehr, dass Einfach vegan backen nicht ihr letztes Buch war!



Aber kommen wir wieder zu den Brownies. Ich habe die 1,5fache Menge verwendet, weil im Buch stand, dass bei einer 20x20-Form nur 6-9 Brownies rauskommen. Das wäre natülich viiiiiiel zu wenig gewesen. ;-) Außerdem habe ich statt Margarine und Erdnussbutter Öl und Erdnussmus verwendet, weil ich ja versuche, so gut wie möglich auf Palmöl zu verzichten. 
Und wie schmecken sie nun, die Brownies?
Was für eine Frage, natürlich fantastisch! Am Samstagabend hatte ich kurzzeitig die Befürchtung, dass in meinen Adern bald Erdnussmus fließen könnte. Ich finde sie wirklich wahnsinnig lecker. Sie sind wunderbar schokoladig durch die Schokostückchen im Teig schön saftig, dank der Erdnussstückchen im Teig und der dicken Schokoschicht haben sie einen leichten Crunch, kurz: sie sind einfach un-fass-bar LECKER!



Für 24 Stück (Form 20x30cm):
100g Zartbitterschokolade
5 EL geröstete Erdnüsse
270g Rohrohrzucker (Original: 340g)
130g Raps-Kernöl mit Buttergeschmack* (alternativ: geschmacksneutrales Öl (z.B. das Bratöl von Alnatura) oder 150g Margarine)
260g Seidentofu
225g Mehl (bei mir: Dinkel 630, Original: Weizen 550)
1 Vanilleschote, das Mark davon
90g Kakaopulver
1,5 TL Backpulver
1 Prise Salz
90ml Hafermilch (Original: Sojamilch)
6 EL Ahornsirup
200g Erdnussmus (Original: stückige Erdnussbutter)
außerdem:
225g Zartbitterschokolade
3 EL geröstete Erdnüsse (Original: cremige Erdnussbutter)


100g Zartbitterschokolade und 5 EL Erdnüsse grob hacken.

Eine rechteckige Form mit Backpapier auslegen. Ofen auf 175°C vorheizen.

Zucker in den Thermomix geben und 10 Sekunden Stufe 10 fein mahlen. (Den Schritt kann man natürlich auch auslassen, evtl. müsst ihr dann länger rühren, damit sich der Zucker auflöst.)
Schmetterlingsaufsatz aufsetzen. Öl hinzugeben und auf Stufe 4 so lange rühren, bis eine cremige Masse entsteht.

In der Zwischenzeit den Seidentofu aus der Packung nehmen, in ein feines Sieb geben und abtropfen lassen.
Mehl, Vanillemark, Kakaopulver, Backpulver und Salz in einer großen Schüssel verrühren.
100g Erdnussmus in Hafermilch und Ahornsirup auflösen.

Den Seidentofu unter das Öl-Zucker-Gemisch rühren.
Die Masse zur Mehlmischung geben und unterrühren. (Macht das mit einem Löffel, zu intensives Rühren lässt den Teig später zu fest werden.)
Die Erdnussmusmischung dazu geben und unter den Teig rühren.
Zum Schluss die gehackte Zartbitterschokolade und die gehackten Erdnüsse unterheben.
Den Kuchenteig zur Hälfte in die Form geben und glatt streichen. Das restliche Erdnussmus darauf verteilen. Den übrigen Teig darüber geben und glatt streichen.

Auf der mittleren Schiene ca. 40-45 Minuten lang backen.
Die Brownies aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.

Den Kuchen in 20-24 gleich große Stücke schneiden und auf ein Kuchengitter setzen.
Die restliche Schokolade im Wasserbad schmelzen und die Brownies damit bestreichen.
Die Erdnüsse hacken und darüber streuen. (Im Original wird cremige Erdnussbutter erhitzt, jeweils drei kleine Tupfen auf die Brownies gegegeben und ein etwas dickeres Holzstäbchen durchgezogen, damit Herzen entstehen. Bei mir hat das irgendwie nicht geklappt. Vielleicht, weil ich Erdnussmus statt Erdnussbutter verwendet habe. Wie es eigentlich aussehen soll, seht ihr auf dem Cover*.)


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Sonntag, 22. März 2015

Wildkräutersalat mit Schnittlauch-Vinaigrette und eine Verlosung

Neben Bärlauch, sprießen inzwischen viele Wildkräuter. Also gab es Freitag bei mir einen leckeren Salat aus wildem Rapunzel (den erkennt ihr an den länglichen Blättern, er ist zarter als der geplanzte Feldsalat, der inzwischen schon sehr herb ist) und vielen leckeren Wildkräutern (Brennnesseln, Löwenzahn, Scharbockskraut, Walderdbeerblätter) sowie Veilchen. Nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch ein Genuss. Passt nur auf, dass ihr euch an den Brennnesseln nicht verbrennt. Ich habe blind in die Salatschleuder gegriffen, ein Fehler.
Dazu gab's meine liebste Vinaigrette, die ich mit wildem Weinbergschnittlauch verfeinert habe.



Rezept für 3-4 Portionen Vinaigrette (je nachdem, wie "nass" ihr euren Salat mögt):
4 EL natives Olivenöl
2 EL Weißwein- oder Kräuteressig
1 EL Ahornsirup
1 TL mittelscharfer Senf
Salz, schwarzer Pfeffer
(2 EL klein geschnittener Schnittlauch)

Öl, Essig, Sirup und Senf in eine Schüssel geben. Mit einem Spiralbesen verschlagen, bis die Sauce dickflüssig und sehr cremig wird. (Wer seine Sauce nicht so cremig mag, kann ein bisschen Wasser hinzufügen.) Etwas Salz und Pfeffer hinzufügen. Schnittlauch unterrühren.
Den Salat untermischen. Noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.





Wie ihr sicher wisst, lege ich großen Wert auf saisonale (und regionale) Ernährung und bemühe mich, relativ konsequent zu sein, auch wenn auch im Moment die ein oder andere Gurke in meinen Einkaufswagen wandert. Ich versuche das nicht nur, weil ich es ökologisch sinnvoll finde, sondern auch aus einem ganz egoistischen Grund: es schmeckt besser. Tomaten, Erdbeeren oder Pfirsiche haben im Winter nicht besonders viel Aroma, schmecken wässrig und sind außerdem auch oft pestizidbelastet. Und irgendwie ist es schön, sich wochenlang auf den ersten Spargel, die ersten Kürbisse, die ersten Erdbeeren, die ersten Zwetschgen zu freuen. Oder?
Gerade wenn man hauptsächlich im (Bio)Supermarkt einkauft, verliert man irgendwie das Gefühl für saisonales Obst und Gemüse, schließlich scheint immer alles verfügbar zu sein. Selbst auf dem Wochenmarkt kann man oft das Angebot im Frühjahr nicht mehr vom Angebot im Sommer unterscheiden, viele Händler kaufen Waren, die einige Monate später auch bei uns verfügbar wären, aus fernen Ländern dazu. Der Kunde will es nun mal so. Da muss ich mich manchmal erst einmal vergewissern, was denn nun wirklich gerade Saison hat, auch wenn ich mich schon länger mit saisonaler Ernährung beschäftige. Das mache ich meistens übers Internet. Der Saisonkalender vom greenpeace magazin* ist aber eine wunderschöne Alternative dazu. Deswegen freue ich mich sehr, dass mir das greenpeace magazin einen Kalender zugeschickt hat, den ich an euch verlosen darf!



Was ihr dafür tun müsst? Erzählt mir einfach, auf welches Frühlingsgemüse- oder obst im April ihr euch besonders freut und was ihr als erstes damit kochen/backen werdet! Das ist alles.
Ich freue mich trotzdem über euer Like auf meiner Facebookseite, habe mich aber entschlossen, dass es dafür keinen Extra-Loszettel gibt, weil einige meiner Leser sicher aus Gründen auf Facebook verzichten und ich sie nicht benachteiligen möchte.


So geht's:
  • Kommentiert unter diesem Post und antwortet auf die oben stehende Frage.
  • Die Verlosung startet sofort und endet am 1.4.15. Danach hat der/die Gewinner/in eine Woche lang Zeit, sich bei mir zu melden. Tut er/sie das nicht, lose ich erneut aus.
  • Falls ihr kein Googlekonto habt oder unter eurem Blognamen kommentiert, gebt bitte eine Emailadresse an, damit ich euch im Falle des Gewinns auch als Gewinner*in identifizieren kann.
  • Mitmachen könnt ihr nur, wenn ihr eine Versandadresse in Deutschland habt. Außerdem braucht ihr die Einverständniserklärung eurer Eltern, falls ihr noch nicht älter als 18 Jahre seid.
  • Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Glück!





*Der Kalender würde mir für die Verlosung zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!


Samstag, 21. März 2015

Flammkuchen mit Bärlauch und Kartoffeln (oder auch: Dinnete)

Dass meine Eltern einen Holzofen besitzen, habe ich euch ja schon letzen Monat erzählt. 
Am Mittwoch war es dann wieder so weit, das Brot aus der Gefriertruhe war aufgebraucht und der Ofen wurde wieder angeschmissen. Neben den Dauerfavoriten Pizza und Flammkuchen (klassisch) gab es dieses Mal einen Flammkuchen mit Bärlauch und Kartoffeln. Sobald auf Flammkuchen Kartoffeln landen, heißt er bei uns eigentlich nicht mehr Flammkuchen, sondern Dinnete. 


Was verbindet ihr mit Soulfood? Was mit Frühling?
Das möchte Sia wissen, die gerade ihren ersten Bloggeburtstag feiert mit einem Spring Soulfood Event. Sia muss ich euch sicher nicht mehr vorstellen, schließlich war sie erst vor einigen Wochen bei mir auf dem Blog zu Gast
Liebe Sia, an dieser Stelle noch mal alles Gute! Ich freu mich schon auf die ganze Feierei! :-)


Soulfood, für mich sind das in erster Linie Pasta und Risotto. Generell Gerichte, die man in eine große Schale füllen und dann genüßlich mit dem Löffen essen kann, gerne auch auf der Couch. Aber auch Pizza und Flammkuchen zählen für mich dazu, gerade, wenn sie aus dem Ofen meiner Eltern kommen. Dann wird das Pizza und Flammkuchen backen nämlich zu einem wunderschönen Essen im Familienkreis. Eigentlich fängt es beim Teig kneten an. Ich liebe Hefeteig! Im Gegensatz zu Kuchenteigen gelingt der mir immer. Dann wird der Flammkuchen belegt, jeder darf seine liebsten Zutaten darauf werfen, er wird in den Ofen geschossen und anschließend in viele Stücke zerteilt und mit der ganzen Familie genossen.
Mit Frühling verbinde ich natürlich, wie könnte es anders sein, Bärlauch. Da lag es natürlich nahe, Flammkuchen mit Bärlauch zu belegen. 


Teig (2 runde Böden mit 30cm Durchmesser):
350g  630er-Dinkelmehl (alternativ dazu 550er-Weizenmehl)
ca. 200g Wasser, kalt
4g Hefe
25g Olivenöl
1 TL Salz
Zubereitung im Thermomix: Alle Zutaten in den Mixtopf geben und 2 Minuten lang auf der Brotknetstufe zu einem glatten Teig verarbeiten.
Ohne Thermomix: Hefe klein bröseln, in Wasser auflösen und die Zutaten von Hand/ mit den Handrührgerät verkneten.
Den Teig in eine Schüssel geben und an einem kühlen Ort 12-24 Stunden gehen lassen. Den Teig vor der Verarbeitung ca. 1 Stunde lang Raumtemperatur annehmen lassen.
Auf einer leicht bemehlten Fläche auswallen und dann nach Wunsch belegen. So heiss wie möglich backen, lasst euren Ofen gut vorheizen, auf 230°C oder noch heißer. Ein Pizzastein ist übrigens eine ganz gute Alternative zum Luxus Holzofen.


Belag für 2 Flammkuchen:
ca. 100g Bärlauch
1 EL Öl
100g Crème fraîche
100g Sauerrahm
1 EL Magerquark
Salz, Pfeffer
1 Zwiebel 
1 Pellkartoffel von Vortag
2 Handvoll geriebenen Lieblingskäse (bei mir: mittelalter Gouda)

Den Bärlauch waschen und trocken schleudern.
In einer Pfanne Öl erhitzen, den Bärlauch hineingeben und zusammenfallen lassen. (Das dauern vielleicht 2-3 Minuten.) Eine Prise Salz unterrühren, den Bärlauch aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Crème fraîche, Sauerrahm und Quark verrühren. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.
Die Zwiebel schälen und in sehr dünne Ringe schneiden oder hobeln.
Kartoffel in Scheiben schneiden.
Käse reiben.

Den Flammkuchenteig halbieren und auswallen. Mit dem Guss bestreichen, Zwiebeln darauf verteilen. Bärlauch und Kartoffeln darauf verteilen. Mit Käse bestreuen.
Backen, bis der Boden gebräunt ist und der Käse lecker brutzelt.

Alternativ zur Dinnete mit Kartoffeln gab's Flammkuchen übrigens mit angedünsteten roten Zwiebeln. Nicht nur wegen der tollen Farbkombination sehr schön anzusehen, sondern wirklich lecker!