Sonntag, 28. September 2014

Rezension: La Veganista backt

La Veganista* zählt inzwischen zu meinen absoluten Lieblingskochbüchern. Als ich las, dass dieses Jahr La Veganista backt* folgen würde, war ich total begeistert. Der GU-Verlag hat es mir zur Rezension zu Verfügung gestellt, herzlichen Dank dafür! In den letzten Wochen habe ich ein paar Sachen aus dem Buch nachgebacken, das habt ihr sicher schon bemerkt.

La Veganista backt Cover
© Gräfe und Unzer Verlag GmbH

Nicole Just
La Veganista backt
Kuchen und mehr ganz ohne Tier
- leckere Rezepte von süß bis herzhaft
192 Seiten mit ca. 142 Farbfotos
Gräfe und Unzer Verlag GmbH (September 2014)
ISBN 978-8338-4000-5











Mein erster Eindruck:
La Veganista backt ist ein Hardcover und wie auch schon La Veganista ist es wirklich wunderschön illustiert. Auf meinem Kochbuchregal steht es immer ganz vorne, weil es so schön anzuschauen ist. ;-)
Das Gebäck ist ansprechend fotografiert, die Rezepte stehen klar im Vordergrund, Nicola Just ist zwar auf einigen Bildern zu sehen, aber die Bilder zeigen sie beim Backen uuund sie ist vollständig bekleidet. Das kann man nicht von allen veganen Starkochbüchern behaupten, höhö. Es ist klar, worum es hier geht: um leckeres Essen. Zu jedem Rezept gibt es mindestens ein Bild, bei komplizierteren Rezepten gibt es auch Fotostrecken für die Zubereitung. 


Zum Inhalt:
Nach einem Vorwort von Nicole Just und dem Inhaltsverzeichnis folgt ein Service-Teil. Ihr findet hier Backtipps (z.B. Welche Küchengeräte brauche ich?), Tipps um Eier und Milchprodukte zu ersetzen und Grundrezepte für veganes Eiweiss und vegane Sahnecreme.
Im Rezeptteil, der sich anschließt, folgen auch noch Grundrezepte für Rührteig, Biskuit, Mürbteig und Hefeteig.
Dem Rezeptteil folgt ein Glossar, mit einer Übersicht der wichtigsten Zutaten für die vegane Backstube.
Das Register zum Schluss ist übersichtlich gegliedert. Dort sind neben den Rezepttiteln auch noch die Rezepte nach Hauptzutaten gelistet, was die Suche erleichtert, wenn man zum Beispiel nach Apfelrezepten sucht und alle Rezepte auf einen Blick vor sich hat.


Rezepte:
Ihr findet in dem Buch wirklich was das Herz begehrt! Neben Grundrezepten und Klassikern wie Waffeln, Mamorkuchen, Schokokuchen, Blechkuchen findet ihr auch aktuelles Trendgebäck wie Cupcakes (obwohl, die sind ja irgendwie 2013, oder?), Cronuts oder Whoopie Pies.

Die Rezepte gliedern sich wie folgt:
  • Süße kleine Sünden - Backen im Kleinformat (Muffins, Scones, Cookies, Cronuts, uvm) 
  • Endlich Kaffeepause! Kuchen für immer und jeden Tag
  • Besonders fein - für die Tortenmomente im Leben
  • Herzlich gern herzhaft - Brot, Pizza, Quiche & Co.
Die Zutaten sind eigentlich in jedem Supermarkt zu bekommen, für einige Spezialzutaten wie Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl müsst ihr eventuell in den Bioladen oder ins Reformhaus. Was mich sehr gefreut hat war, dass sehr viele Rezepte ohne Margarine (also Palmöl) auskommen.

Jetzt auf meinem SuR (ja, der ist LANG und ich hab mich schon zusammengerissen!):
  • Lieblingsmuffins der Veganista (mit Orange und Ingwer)
  • Apfel-Marzipan-Miniscones
  • Zitronenküchlein aus Kartoffelteig
  • Rote Bete-Rührkuchen
  • Bratbirnenkuchen mit Kardamom
  • Grapefruitkuchen mit schwarzem Pfeffer
  • Birnen-Tarte tatin
  • Kokoskaramell-Tarte mit Erdnüssen
  • Orangenstollen
  • Cherry-Choc-Tarte
  • Kaffeetorte mit Aprikosenfüllung
  • Macadamia-Kirsch-Minitorte
  • Partybrot mit BBQ-Würze
  • Buchweizen-Möhren-Brot
  • Pfannenbrot mit Knoblauch-Dill-Dip
  • Herzhafte Waffelhäppchen

Gestestet habe ich schon:
  • Mohn-Zitronen-Waffeln: supersuperlecker! Mohn und Zitrone sind eh eine unschlagbare Kombination. Dass der Teig ganz ohne Eiersatz auskommt, finde ich besonders klasse. Der Teig ohne Mohn könnte zu meinem neuen Standard-Waffelrezept nehmen.
  • Frühstücks-Blitzbrötchen: ebenfalls sehr fein, die gibt es sicher immer mal wieder zum Sonntagsfrühstück.
  • Apfelkuchen: ebenfalls sehr gut, auch wenn ich ein bisschen Probleme mit dem Teig hatte und für die eigentlich vorgesehenen Apfelrosen zu grobmotorisch war. Dickes (bzw. schlankes) Plus ist die nur sehr geringe Fettmenge. Der Kuchen wurde trotzdem wunderbar saftig. Ich hatte echt meine Zweifel!)


Kritik?
Ein bisschen. Ich finde es einerseits gut, dass das Buch ganz ohne erhoben Zeigefinger auskommt. Es werden keine Gründe, die für eine vegane Ernährungsweise sprechen, dargelegt. Das ist im Grunde genommen ja auch gar nicht nötig, denn die Rezepte sprechen schon für sich und zeigen, wie toll und vielfältig vegane Ernährung sein kann und dass sie nur in sehr wenigen Fällen verzicht bedeutet. Ich hätte einen Hinweis auf die Palmölproblematik aber trotzdem angemessen gefunden. Schließlich wird in einigen Rezepten Margarine verwendet und es wäre schön, wenn wenigstens im Glossar ein kleiner Hinweis dazu gestanden hätte. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau und wirklich mein einziger Kritikpunk!


Fazit:
Kaufen! ;-)

Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung. Da Nicole gerade das Gärtnern für sich entdeckt, wie wäre es mit einem Kochbuch, das sich Obst und Gemüse widmet?


*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unberührt.//Amazon-Affiliatelink

Freitag, 26. September 2014

Dinnete - Flammkuchen mit Lauch und Kartoffeln

Flammkuchenrezepte gibt es auf meinem Blog wirklich reichlich. Ich liebe Flammkuchen einfach sehr! Bei meiner Familie gewinnt eigentlich auch immer Flammkuchen, wenn wir abstimmen, ob es Flammkuchen oder Pizza geben soll.
Heute habe ich die ganz klassische badische Variante für euch. Also "klassisch" im Sinne von Familienrezept meiner Oma. Und diesen Flammkuchen habe ich sogar zusammen mit meiner Oma gebacken, im Holzofen meiner Eltern. Das Foto ist schon etwas älter, aber ich denke, da gerade die Federweißer-Saison angefangen hat, passt es ganz wunderbar in diese Jahreszeit. 
Eigentlich nehmen wir dazu meistens Brotteig, weil früher mit den Dinneten getestet wurde, ob der Ofen die richtige Temperatur zum Brotbacken hat. Aber ihr könnt den Teig natürlich auch nur für die Dinnete herstellen. Anstelle eines ganzen Blechs, kann man die Dinnete auch als Teigfladen servieren. Das mache ich sehr gerne, wenn ich nicht so viele Leute versorgen muss.

Dinnete


Rezept für 1 Blech:
Teig:
300g Mehl (Weizen oder Dinkel, Type 1050)
1 Prise Zucker
1/2 TL Salz
1 EL Olivenöl 
10g frische Hefe
lauwarmes Wasser
Belag:
150g Schmand
100g Sauerrahm
2 Pellkartoffeln vom Vortag
1 dünne Stange Lauch
2 Handvoll frisch geriebener Käse (Sorte nach Geschmack)
Salz, Pfeffer, Muskat

Mehl und Salz mischen. Die Hefe mit dem Zucker in ca. 150ml Wasser auflösen. Mit dem Öl zum Mehl geben und ordentlich verkneten, bis ein elastischer Teig entsteht. Evtl. müsst ihr noch mehr Wasser hinzufügen.
Den Teig mit einem Tuch abdecken, an einem warmen Ort 2-3 Stunden gehen lassen. (Je länger, desto besser. Ihr könnt den Teig auch über Nacht gehen lassen. Dann reichen 5g Hefe.)

Für den Belag Schmand und Sauerrahm verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. 
Pellkartoffeln in dünne Scheiben schneiden.
Lauch putzen und in dünne Streifen schneiden.
Käse reiben.

Ofen auf 225°C vorheizen. Ein Backblech einfetten oder mit Backpapier auslegen.
Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auswallen. Auf das Backblech legen. Mit der Schmandmischung bestreichen. Mit Kartoffeln, Lauch und Käse belegen. 
Ca. 15 Minuten knusprig backen.

Mittwoch, 24. September 2014

Veganer Apfelkuchen

... eigentlich Apfel-Rosenkuchen, aber das mit den Rosen hat bei mir irgendwie nicht funktioniert. So sah mein Kuchen zwar nicht so schön aus wie das Original aus La Veganista backt*,  lecker (und auch ganz ansehnlich) war er aber auch so! Wenn ihr begabter seid als ich, könnt ihr euch dieses Video anschauen, darin zeigt Nicole Just, wie die Apfelrosen gemacht werden!
Der Kuchen wird wunderbar saftig, auch wenn der Teig kaum Fett enthält. Und er schmeckt wirklich sooo lecker, dass es ihn kommendes Wochenende gleich wiedergeben wird. Dieses Mal aber mit Birnen, denke ich.

veganer Apfelkuchen

Für eine (Spring)Form von 26cm:
Teig:
300g Dinkelmehl, Type 1050
2 gestrichene TL Natron
100g Zucker (im Original 120g)
1/2 TL Bourbonvanillepulver
1 kleine Bio-Zitrone
170g ungesüßter Sojaghurt (Sojade)
130ml Sojamilch (bei mir etwas mehr)
1 EL neutrales Pflanzenöl (bei mir 2 EL)
70 g Rosinen
Belag:
5 recht große Äpfel (bei mir nur 4, süß-säuerliche Sorte, mit festem Fruchtfleisch und schöner Schale, z.B. Elstar)
außerdem:
neutrales Pflanzenöl für die Form
evtl. Semmelbrösel für die Form (wenn ihr keine Spingform benutzt)
evtl. Puderzucker (zum Servieren)

Für den Teig Mehl, Natron, Zucker und Vanille mischen.
Zitrone heiß abwaschen, abtrocknen, die Schale abreiben und den Saft auspressen.
Die Hälfte des Zitronensafts mit Zitronenschale, Sojajoghurt, Sojamilch und Öl in einer zweiten, größeren Schüssel verrühren.
Eine Springform einfetten. Wenn ihr wie ich eine Porzellan-Backform nehmt, diese mit Semmelbröseln einfetten, damit ihr den Kuchen später problemlos aus der Form bekommt.
Den Backofen auf 170 Grad vorheizen.
Die Äpfel ggf. schälen. 2,5 bzw. 3 davon in circa ein Zentimeter große Würfel schneiden, den Rest vierteln und in dünne Scheiben schneiden.
Die trockenen und die feuchten Teigzutaten mit einem Löffel oder Schneebesen zu einem glatten Rührteig verarbeiten. (Mein Teig war sehr fest, deswegen habe ich an dieser Stelle noch 1 EL Öl und einen Schuss Sojamilch hinzugefügt.) Zum Schluss Rosinen und Apfelwürfel unterheben.
Den Teig in die Form füllen. Die Apfelscheiben dachziegelförmig darauflegen, dabei etwas in den Teig hineindrücken.
Den Kuchen im Backofen (zweite Schiene von unten) circa eine Stunde backen, bis an einem hineingesteckten Holzstäbchen kein Teig mehr kleben bleibt.
Den Kuchen etwas abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

veganer Apfelkuchen


Zum Sonntagskaffee gab es bei mir den Kuchen natürlich mit einer Riesentasse voll Kaffee. Mit Milchschaumberg aus Sojamilch. Weil ich bei Facebook danach gefragt wurde: Ich habe die Sojamilch plus Calcium von Alnatura benutzt. Die steht wie ne Eins, besser als Kuhmilch sogar, weil der Schaum fester wird.Ich erhitze die Sojamilch in einem Topf, sobald sie lauwarm ist, rühre ich mindestens drei Minuten mit so einem Spiralbesen** immer vor und zurück. Passt auf, dass ihr nicht so viel Milch im Topf habt, der Schneebesen soll oben noch etwas "Luft haben", wenn er im Topf steht. Außerdem sollte eure Milch nicht zu heiß werden, wenn sie kocht, kann es sein, dass der Schaum wieder in sich zusammenfällt.

veganer Apfelkuchen


*Rezensionsexemplar//Amazon-Affiliate
**Amazon-Affiliate

Montag, 22. September 2014

Couscous mit Auberginen-Zucchini-Ajvar

Auch wenn gefühlt schon seit längerer Zeit und ab morgen dann auch offiziel Herbst ist, habe ich heute ein sehr sommerliches Gericht für euch. Diesen Couscous gab's schon vor einer halben Ewigkeit bei mir. Ich mag Couscous-Gemüse-Pfannen supergerne, weil sie schnell gemacht, sehr variiabel und gesund sind. Statt der sonst üblichen Tomatensauce habe ich hier Ajvar verwendet, eine Sauce aus gerösteten Paprika. Die gibt es in der milden und in der scharfen Variante. Ich bevorzuge die scharfe, deswegen auch der See Sojaghurt in der Mitte. ;-)



Rezept für 2 Portionen:
1 Aubergine, in kleinen Würfeln
1 Zucchini, in kleinen Würfeln
1 Zwiebel, gehackt
ca. 200g Ajvar, scharf
100g Couscous
Petersilie, gehackt
Olivenöl
ungesüßtes Sojaghurt (Sojade)

In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen. Die Auberginenwürfel darin ca. 5 Minuten anbraten, dann die Zwiebel und die Zucchini dazu geben. So lange braten, bis die Zwiebeln glasig sind. Ajvar dazu geben, leicht salzen und erhitzen. So lange köcheln lassen, bis das Gemüse die gewünschte Konsistenz hat. Dann ca. 200ml Wasser und den Couscous dazu geben. Ca. 2 Minuten ziehen lassen, bis der Couscous gar ist.
Petersilie dazu geben, mit Salz (und wenn ihr mildes Ajvar benutzt mit Pfeffer und/oder Chili) abschmecken.
Auf einem Teller anrichten und mit Joghurt servieren.

Freitag, 19. September 2014

Frühstücks-Blitzbrötchen

Na, habt ihr schon Pläne fürs Wochenendfrühstück?
Ich liebe Sonntagsfrühstück und zelebriere das immer! Leckere Aufstriche, toller Käse, Obst, ein bisschen Rohkost, Joghurt, ab und zu ein Ei, sooo gut! Dazu gehören natürlich auch Brötchen. Am besten selbstgebacken. Besonders lecker schmecken Brötchen aus Teig, der über Nacht im Kühlschrank gehen sollte. Wenn ihr das aber mal vergesst oder sich spontan Brunchbesuch ankündigt, dann muss es schnell gehen. Diese Blitzbrötchen stehen innerhalb von 25 Minuten auf dem Tisch. Viel kürzer brauchen Aufbackbrötchen nicht und im Gegensatz zu denen, weiß man, was man hat!
Das Originalrezept ist aus La Veganista backt*, ich habe die Menge halbiert und die Brötchen zusätzlich in Mohn gewälzt. Außerdem werden die Brötchen eigentlich in Muffinformen gebacken, weil ich keine besitze, habe ich die Brötchen einfach so geformt. Nicole Just gibt übrigens den Tipp, dass man mit 2 EL Zucker und Rosinen schnell und einfach süße Brötchen zaubern kann!

schnelle Brötchen

Rezept für 5 kleine Brötchen:
250g Dinkelmehl 1050
1/2 TL Salz
1 TL Backpulver
1 TL Öl (bei mir: Olive, bei süßen würde ich geschmacksneutrales Öl wählen)
160ml Wasser
Sesam, Mohn (oder Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne,...)

Ofen auf 200°C vorheizen.
Die trockenen Zutaten mischen. Öl und Wasser hinzugeben und mit einem Rührlöffel oder den Quirlen des Handrühres zügig verrühren.
Mit leicht angefeuchteten Händen fünf Brötchen formen. Die Brötchen in einer Mischung aus Sesam und Mohn wälzen.
Die Brötchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 16-20 Minuten goldbraun backen.


schnelle Brötchen


*Rezensionsexemplar//Amazon-Affiliate