Samstag, 1. August 2015

Rezension: Vegan Oriental

Seit Ottolenghi bin ich ein großer Fan der orientalischen Küche. Davor war eher die italienische, französische und deutsche Küche mein Ding.
Als ich entdeckte, dass der neunzehn-Verlag ein orientalisches veganes Kochbuch herausgeben würde, habe ich um ein Rezensionsexemplar gebeten und zum Glück auch eines bekommen. Vielen Dank dafür!


Parvin Razavi
Vegan Oriental
192 Seiten, Hardcover
ISBN-13: 978-3942491372
Preis (D): 19,95 Euro
Erschienen: Juni 2015





Erster Eindruck:

Farbenfrohes Cover, wunderschöne (!!!) Illustrationen im gleichen Stil ziehen sich durch das ganze Buch. Hört sich doof an, aber man merkt sofort, wie viel Liebe Parvin Razavi in das Buch gesteckt hat.
Die Fotos sind recht schlicht, oft sehr wenig gestylt. Man hat das Gefühl, dass die so auch gegessen werden, das finde ich sympathisch. Allerdings muss ich ehrlicherweise sagen, dass es Kochbücher mit weitaus besserer Foodfotografie gibt. Positiv ist aber, dass es zu jedem Gericht ein Bild gibt und im Grunde kommt's ja auf die inneren Werte an.






Inhalt:

Das Buch beginnt mit einem Vorwort und der Vorstellung der Autorin. Parvin Ravazi ist Foodbloggerin mit persischen Wurzeln und lebt und isst in Wien, ihr Blog thx4cooking war mir bis vor kurzem leider unbekannt.
Nach diesen einleitenden Seiten gibt es ein Glossar mit typischen Zutaten der Orientalischen Küche, wie zum Beispiel Berberitze oder Kichererbsen. Dann folgt eine Anleitung zur traditionellen (persischen) Reiszubereitung.
Im Rezeptteil sind die Rezepte nach den Herkunftsländern eingeteilt. Die da wären:
  • Iran
  • Armenien
  • Syrien, Libanon und Jordanien
  • Ägypten
  • Marokko
  • Türkei

Die Kapitel sind immer gleich aufgeteilt, es gibt Mezze, Hauptgerichte, Beilagen und Desserts aus jedem Land. Zwischendurch gibt es in jedem Kapitel ein "Über", also "Über Artischocken/Datteln/Mangold/Feigen/", alles landestypische Zutaten aus dem jeweiligen Land.
Das abschließende Register entspricht nicht ganz meinen Idealvorstellungen eines Registers, es ist nämlich nur nach Rezeptnamen, nicht aber nach Zutaten eingeteilt. Das macht für mich das "Arbeiten" mit einem Kochbuch immer etwas schwierig, weil ich meistens vom Gemüse ausgehend meine Mahlzeiten plane.




Rezepte:

Wie im Vorwort versprochen, sind viele Rezepte sehr einfach und in kurzer Zeit zubereitet. Das ist natürlich besonders praktisch, wenn man ein großes Mezze-"Buffet" zubereitet. Solche Mezze-Buffets sind klassisch für die orientalische Küche, nicht selten gibt es bis zu zehn verschiedene Gerichte zu einer Mahlzeit.
Das einzige Sojaprodukt, das auf den vorkommt, ist Sojajoghurt. Tofu, Seitan, usw. kommen nicht vor, die wären ja auch nicht besonders landestypisch. Euch begegnet also keine "Seitan-Hähnchen-Tajine" ohne ähnliches. ;-) Die meisten Rezepte haben ein oder mehrere Gemüse als Hauptdarsteller, dazu gibt's Hülsenfrüchte, Bulgur, Couscous, Reis. Sehr toll!

Auf meinem SuR sind zum Beispiel:
  • Mast'o Khiar - Sojajighurt mit Gurke, Rosenblüten und Sultaninen
  • Mirza Ghasemi - Rotes Auberginenmousse
  • Ashee Joo - Dicke Gerstensuppe
  • Gefüllte Auberginen mit Nuss-Granatapfelfüllung
  • Gohar Neshan Polo - Juwelenreis, reichlich garniert mit Berberitzen, Mandeln und Pistazien
  • Mante mit Kürbisfüllung
  • Fattoush - Libanesischer Brotsalat
  • Tabouleh aus Granatapfelkernen und Äpfeln
  • Fenchel karamellisiert mit Fenchelsamen und Berberitzen
  • Safran-Couscous mit karamellisierten Zwiebeln
  • Börek gefüllt mit Kürbis
  • Iman Bayildi - Gefüllte Aubergine
  • Revani - Türkischer Grießkuchen
  • Orientalischer Milchreis 

Ausprobiert habe ich:
  • Spinat-Borani (Oberknaller! Schlicht und einfach!)
  • Tahdig - Safran-Knusperkartoffeln (Ebenfalls: Oberknaller! Hier nachzulesen.) 
  • Shole Zard - Persischer Safran-Reispudding (Hat mir gut geschmeckt, die anderen waren leider nicht so begeistert. "Milchreis mti Mandeln halt". Fand ich so gar nicht. Der Pudding schmeckte fein nach Rosenwasser, Zimt und Mandeln. Hmmm! Nur den Zucker hab ich radikal reduziert. 500g auf 6-8 Portionen- das war mir zu krass. Rezept folgt.)






Kritik?

Nicht besonders viel. Ähnlich wie mrs. cooketeria finde ich es schade, dass die Gerichte nicht durchgängig zweisprachige Titel haben. Und auf Seite 132 ist wohl ein kleiner Fehler passiert, da steht ein Rezept für gegrillte Aubergine, dazu soll es das Linsen-Tabouleh von Seite 128 geben. Auf Seite 128 steht aber ein Tabouleh-Salat mit Bulgur oder Couscous. Und im ganzen Buch ist kein Linsen-Tabouleh zu finden. Das ist ein Fehler, für den ich weniger Verständnis habe als für einen Tippfehler, einen Zahlendreher bei der Seitenzahl fände ich ja noch verschmerzbar. Das Rezept für das Linsen-Thabouleh hätte ich schon sehr spannend gefunden, viel mehr als einen klassischen Tabouleh, schade. Ich hoffe, das Rezept wird in der zweiten Auflage nachgereicht.
Beim Reispudding kamen bei mir 10 Portionen raus, eigentlich sind die Desserts mit 6-8 Portionen angeben. Ich musste tagelang Pudding essen, weil ich die einzige war, der der Pudding wirklich schmeckte. Aber es gibt schlimmeres. ;-)


Kaufen?

Wenn ihr ein Fan von außergewöhnlicher, schneller, aber raffinierter Küche seid, dann werdet ihr mit dem Buch garantiert glücklich! Ich bin wirklich sehr begeistert, nehme das Buch immer wieder zur Hand und blättere darin. Allein schon wegen der wunderbaren Gestaltung, die hat mich wirklich verzückt! Die Rezepte haben mich ebenfalls überzeugt, kleiner Aufwand, große Wirkung! Danke Parvin! Trotz kleinerer Mängel also uneingeschänkte Kaufempfehlung.




Hinweis:
Die Bilder des Buches unterliegen dem Copyright von Henriette Artz (Illustrationen) und Arnold Pöschl (Fotografien). Danke an den neunzehn-Verlag für die Genehmigung zur Veröffentlichung.
Das Buch wurde mir vom neunzehn-Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung  gestellt. Auf den Inhalt der Rezension wurde selbstverständlich kein Einfluss genommen.

Kommentare:

  1. Das klingt sehr toll, ich liebe auch die orientalische Küche und ein veganes Kochbuch dazu fehlt mir noch...Danke für den Tipp=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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  2. Ooooops.... Das Fehlen des Linsen-Taboulehs ist mir vollkommen entgangen. *schäm*
    Aber ich freue mich, dass dir das Buch genau so gut gefällt wie mir. :-)

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  3. Ah, schön - das Buch war mir auch schon aufgefallen. Danke fürs Vorstellen!

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  4. @Krisi, gerne! Es ist wirklich toll und sollte in jeder Kochbuchsammlung stehen! :-)

    @cooketteria, wäre es mir vermutlich auch nicht, wäre ich nicht auf der Suche nach einem Auberginenrezept gewesen. ;-)

    @Micha, gerne! :-)

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  5. Da muss ich dir beipflichten, spätestens seit Ottolenghi bin ich ein Riesenfan der orientalischen Küche. Da ist es wirklich toll, dass es nun auch ein veganes Kochbuch dazu gibt. Danke für die ausführliche Rezension.

    lg Irene

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  6. Mmmmh, wow, die Rezepte klingen mega lecker!
    Und ich steh total auf so schöne Illustrationen ♥
    Danke für den Tipp :)

    Liebste Grüße,
    Rebecca
    Lady Windermere's Pan

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